Vergleich
Wege und Werkzeuge für Initiativbewerbungen im Vergleich
Eine Initiativbewerbung braucht zwei Dinge: Betriebe, die zu dir passen, und für jeden eine eigene Mail. Jobbörsen und öffentliche Börsen zeigen vor allem ausgeschriebene Plätze, Textgeneratoren schreiben nur den Text, Bewerbungs-Bots bewerben sich auf Stellenanzeigen. Betriebe auch ohne Anzeige zu finden und aus dem eigenen Postfach anzuschreiben, bieten bisher wenige Werkzeuge. Drei davon stehen unten nebeneinander.
Easy Application · Stand
In eigener Sache: Diese Seite ist von Easy Application, einem der verglichenen Werkzeuge. Deshalb stehen hier nur Angaben, die du auf den verlinkten Seiten selbst nachprüfen kannst, mit Prüfdatum, und auch die Grenzen von Easy Application. Alle Angaben zuletzt geprüft am 25. Oktober 2026; Preise und Funktionen können sich seitdem geändert haben. Ist etwas falsch oder veraltet? Schreib an [email protected], wir korrigieren es.
Woran wir vergleichen
- Findet das Werkzeug Betriebe, auch solche ohne Stellenanzeige?
- Wer schreibt den Text, und wie persönlich ist er je Betrieb?
- Wie geht die Bewerbung raus: aus deinem Postfach, über eine Plattform oder gar nicht?
- Siehst und prüfst du jede Mail, bevor sie rausgeht?
- In welchen Sprachen gehen die Mails raus?
- Was kostet es, laut Anbieter?
Werkzeuge, die Betriebe finden und aus deinem Postfach anschreiben
Zum Vergleich steht vorn der Weg ohne Werkzeug. Zitate in Anführungszeichen stammen von den Seiten der Anbieter.
| Kriterium | Selbst: Liste, Textvorlage, eigenes Postfach | Bewerbling | ApplyZo (iOS-App) | Easy Application |
|---|---|---|---|---|
| Betriebe finden | Du suchst selbst, zum Beispiel über Karten, Verzeichnisse, Verbandslisten und Websites. | Laut Anbieter: „Wir finden passende Firmen“. Ob auch Firmen ohne Stellenanzeige, sagt die Startseite nicht ausdrücklich; ein Musteranschreiben dort enthält den Satz „… und bewerbe mich initiativ bei Ihnen in Rostock.“ | Städte und Branchen wählen; die App sucht Unternehmen und deren öffentliche Kontaktdaten. Laut Anbieter: „Weil viele Stellen nie ausgeschrieben werden.“ | Bereich und Ort wählen; die App sucht Betriebe mit E-Mail-Adresse, auch ohne Stellenanzeige. In Deutschland, außerdem für Auslandspraktika in der EU (mit Erasmus+) und in der Schweiz. |
| Text der Mail | Schreibst du selbst, mit einer Vorlage oder einem KI-Assistenten. | Laut Anbieter: „Unser KI-gestützter Algorithmus analysiert, was das Unternehmen macht“; die Bewerbungen werden je Firma erstellt. | Laut Anbieter „mit KI-personalisierten und übersetzten Nachrichten“. | Feste Vorlagen und deine Angaben, je Betrieb mit Name, Ort und Anrede. Keine KI-Texte. |
| Versand | Aus deinem Postfach, Mail für Mail. | Aus deinem Postfach: „Aktuell Gmail, Outlook und Hotmail.“ | Aus deinem Gmail: „versendet die E-Mails von Ihrer Adresse“. | Aus deinem Gmail-Konto, jede Mail einzeln, mit Pausen dazwischen. |
| Prüfung vor dem Versand | Ja, du schickst jede Mail selbst ab. | Freigabe jeder Bewerbung möglich, laut Anbieter optional: „Ohne manuelle Freigabe läuft alles automatisch.“ | „Sie können jede Nachricht vor dem Versand bearbeiten.“ Ob jede einzeln freigegeben werden muss, ist nicht angegeben. | Ja, Pflicht: Jede Mail kannst du vorher einzeln ansehen und ändern. Du gibst den Versand mit einem Häkchen frei. Vor dem ersten Versand prüft eine Testmail die Gmail-Verbindung. |
| Sprachen der Mails | Jede, die du schreibst. | Nicht angegeben. | Übersetzt automatisch: Französisch, Englisch, Deutsch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Polnisch. | Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch. |
| Preis (Stand 25. Oktober 2026) | Keine Werkzeugkosten. | Je Kampagne, Einmalzahlung, kein Abo: 8,50 € (20 Bewerbungen), 14,99 € (50), 29,50 € (125). Nicht Versendetes wird laut Anbieter anteilig erstattet. | App kostenlos, Credits als In-App-Kauf: 300 für 9,99 €, 900 für 19,99 €, 1.800 für 29,99 €. Laut Anbieter: „Jede Suche verbraucht Credits.“ Wie viele Credits eine Suche oder eine Bewerbung kostet, nennt die Store-Seite nicht. | Ohne Zahlung: eine Gratis-Suche und 10 Bewerbungen. Pass 9,90 € für 100 Bewerbungen und 60 Tage, Erasmus+-Pass 14,90 € für 90 Tage. Einmalig, kein Abo. |
Für alle Wege über Gmail gilt: Gmail kann den Versand für 1 bis 24 Stunden sperren, wenn du an einem Tag mehr als 500 E-Mails sendest (Google-Hilfe: Gmail-Sendelimits).
Quellen: Bewerbling, Startseite mit Ablauf, Fragen und Preisen · ApplyZo im App Store (Deutschland), Beschreibung und In-App-Käufe · Google-Hilfe: Gmail-Sendelimits. Angaben zu Easy Application: So funktioniert’s, Preise, Nutzungsbedingungen.
Wo du Betriebe und Stellen findest
Jobbörsen
Jobbörsen zeigen ausgeschriebene Stellen. Bei Indeed kannst du zusätzlich deinen Lebenslauf sichtbar machen: „Besteht Interesse, werden Sie direkt kontaktiert“. Laut Indeed ist dieser Service für dich kostenlos (Indeed: Lebenslauf auf Indeed). Betriebe, die gar nicht ausschreiben, tauchen dort nicht als Stelle auf.
Öffentliche Börsen
Die Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit hat die Bereiche „Jobs“ und „Ausbildung“. Im Handwerk bietet das Lehrstellenradar Zugang zu „freien Lehrstellen oder Praktikumsplätzen in über 130 Handwerksberufen“, per App oder online. Auch hier geht es um Plätze, die ein Betrieb gemeldet hat.
Verzeichnisse, Verbandslisten, Messekataloge
Für Betriebe ohne Ausschreibung empfiehlt das Career Center der Universität Bremen unter anderem die Mitgliederverzeichnisse von Verbänden und Kataloge von Messen, die du „als Informationsgrundlage für Initiativbewerbungen nutzen“ kannst, dazu regionale Firmendatenbanken (Career Center der Universität Bremen: Wie finde ich einen geeigneten Praktikumsplatz?). Die Adresse holst du dir dann von der Website des Betriebs, am besten aus Kontaktseite oder Impressum.
Dass sich das lohnen kann, zeigt eine interne Auswertung der Universität Potsdam von rund 900 Praktikumsberichten: 40 Prozent der Studierenden fanden ihr Praktikum über eine Initiativbewerbung (Praxisportal der Universität Potsdam: Initiativbewerbung).
Werkzeuge nur für den Text
KI-Assistenten wie ChatGPT schreiben Entwürfe, wenn du ihnen sagst, was du suchst. Betriebe und Adressen suchst du selbst, verschickt wird per Hand aus deinem Postfach. Prüf jeden Satz: Was im Text über dich steht, muss stimmen.
Anschreiben-Generatoren gehen meist von einer Stellenanzeige aus. Bei Kickresume heißt es: „Enter the job title, paste the job ad, and our AI will generate a professional cover letter for you.“ Das erste Anschreiben mit KI ist dort kostenlos (Kickresume: AI Cover Letter Writer). Enhancv erstellt ein Anschreiben aus deinem Lebenslauf und der Anzeige, laut Anbieter „no login, no hidden payments“; den Text kopierst du in dein Schreibprogramm (Enhancv: Cover Letter Generator). Verschickt wird bei beiden nichts.
Unser Initiativbewerbung-Generator braucht keine Anzeige: Er erzeugt Betreff, Mail und Nachfass-Mail aus den Vorlagen der App, ohne Konto und ohne KI. Zum Generator.
Bewerbungs-Bots für ausgeschriebene Stellen
Bots bewerben sich automatisch auf Anzeigen. LazyApply beschreibt sich so: „Our AI Job search tool automatically apply to all the jobs on platforms like Greenhouse, Dice, Indeed and Ziprecruiter“; die Tarife nennen 15, 150 oder 1.500 Bewerbungen pro Tag (LazyApply, Startseite und Tarife). JobCopilot „exclusively applies to verified jobs on official company career pages“, „with the option to review before applying“, bis zu 50 Bewerbungen pro Tag (JobCopilot, Startseite).
t3n berichtet von einem Einzelfall: 5.000 Bewerbungen mit „Job GPT“ von LazyApply, rund 20 Einladungen, nach eigenen Angaben nicht mehr als mit einigen Hundert Bewerbungen auf dem klassischen Weg (t3n (20.01.2025): KI-Tool verschickt 5.000 Bewerbungen). Für Initiativbewerbungen passen Bots nicht: Sie reagieren auf Anzeigen, eine Initiativbewerbung geht an einen Betrieb, der keine geschaltet hat.
Was Easy Application nicht kann
- Verschicken geht nur über ein Gmail-Konto, nicht über Outlook oder andere Postfächer.
- Gefunden werden nur Betriebe mit öffentlich auffindbarer E-Mail-Adresse. Die Daten stammen aus öffentlichen Quellen und können veraltet oder unvollständig sein.
- Gesucht wird in Deutschland; außerhalb davon nur für Auslandspraktika in der EU (mit Erasmus+) und in der Schweiz.
- Die Mails gibt es in fünf Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch.
- Haben sich über Easy Application schon zwei Personen in zehn Tagen bei einem Betrieb beworben, nimmt er erst einmal keine weitere Bewerbung an. So bekommt kein Betrieb zu viele Mails.
- Die Texte schreibt keine KI. Eigenes, etwa einen Satz zu dir, ergänzt du selbst.
- Keine Zusage: Viele Betriebe antworten auf Initiativbewerbungen gar nicht.
- Easy Application richtet sich an Personen ab 16 Jahren; Jüngere brauchen die Einwilligung ihrer Sorgeberechtigten.
Welcher Weg zu dir passt
- Du willst dich auf ausgeschriebene Stellen bewerben: Jobbörsen, die Jobsuche der Bundesagentur, im Handwerk das Lehrstellenradar.
- Du willst wenige, bestimmte Betriebe anschreiben: Betriebe selbst suchen, den Text mit dem Generator erstellen und jede Mail aus deinem Postfach schicken.
- Du willst viele passende Betriebe ohne Anzeige anschreiben: ein Werkzeug mit Betriebssuche. Achte darauf, dass aus deinem Postfach verschickt wird, dass du jede Mail vorher sehen kannst und den Versand selbst freigibst, auf die Sprachen und darauf, was eine Bewerbung am Ende kostet.
Quellen
Alle abgerufen am 25. Oktober 2026.
- Bewerbling, Startseite mit Ablauf, Fragen und Preisen
- ApplyZo im App Store (Deutschland), Beschreibung und In-App-Käufe
- Google-Hilfe: Gmail-Sendelimits
- Indeed: Lebenslauf auf Indeed
- Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit
- Lehrstellenradar
- Career Center der Universität Bremen: Wie finde ich einen geeigneten Praktikumsplatz?
- Praxisportal der Universität Potsdam: Initiativbewerbung
- Kickresume: AI Cover Letter Writer
- Enhancv: Cover Letter Generator
- LazyApply, Startseite und Tarife
- JobCopilot, Startseite
- t3n (20.01.2025): KI-Tool verschickt 5.000 Bewerbungen